Mit Lean Logistik Konzepten aus der Automobilindustrie gelingt es einem Hersteller für Geschirrspülmaschinen sich am Hochlohnstandort Deutschland zu behaupten
Genauso vielfältig wie die Küchengestaltung ist auch das Angebot an Geschirrspülmaschinen. Die Produktionsherausforderungen lassen sich, gemessen an der Größe des Produktes, durchaus mit der Automobilindustrie vergleichen. Es existiert eine hohe Dynamik, mit ca. 400 Typen, von denen ungefähr die Hälfte innerhalb einen Jahres wechseln. Mit länderspezifischen Farbvarianten entsteht eine so hohe Varianz, die in Losgrößen von durchschnittlich 30 bis 100 zu montieren sind. Da die Auftragsreihenfolge auch noch kurzfristig geändert wird, kann jedoch ab der Türmontage von Losgröße 1 gesprochen werden.
Bereitstellung der verschiedenen Schläuche auf Sondergestellen am Montageband
Forderungen des Managements nach einer durchgängigen Effizienzerhöhung in der Prozesskette vom Wareneingang bis zum Verbauort führten zu der Suche nach neuen Bereitstellkonzepten. Im Rahmen von umfangreichen Prozessanalysen, Befragungen und Bestandsfeststellungen zeigte sich, dass die Voraussetzungen vorlagen, um standardisierte Versorgungsregelkreise einzuführen, wie sie in der Automobilindustrie in getakteter Linienfertigung üblich sind.
In der Umsetzung wurden 80 Montageplätze mit Handscannern und der notwendigen Infrastruktur ausgestattet. Kleinbehälter werden nach dem Pull-Prinzip im 2-Behälter-Kreislauf bereitgestellt. Großbehälter werden bei unterschreiten einer definierten Mindestmenge durch einen Kanban-Call
nachbestellt.
Fazit
Direkte Bandversorung aus dem Zwischenlager
Ereignisgesteuerte Informations- und Materialflüsse haben maßgeblich zur Senkung von Materialbeständen und Kosten beigetragen. Kurze Wege und immer richtiges Material in minimaler Menge am Band, reduzierten des Gesamtaufwand um 30%. Ausschlaggebend für den Erfolg des Lean Logistik Konzeptes war insbesondere auch die frühzeitige Integration der Mitarbeiter.
